Die Vorstufe - die ersten beiden Schuljahre an der Schule

 

Eltern von Kindern mit einem Förderbedarf stehen vor Beginn der Schulzeit ihrer Kinder heute oft vor der Entscheidung zwischen dem inklusiven Unterricht an der Grundschule oder dem Unterricht an der Förderschule.

Diese Entscheidung ist für viele sicherlich nicht leicht zu fällen. Unter Umständen haben Sie noch nie eine Förderschule kennen gelernt?  Mit dem Angebot der Teilnahme am Tag der offenen Tür, an dem Eltern oder Mitarbeiter anderer pädagogischer Einrichtungen am Unterricht einer Klasse teilnehmen können und die Schule kennen lernen, möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen.

 

Neben dem Lernen in einer kleinen Lerngruppe (Klassenstärke von ca. 8 - 13 SchülerInnen pro Klasse) spricht die übliche permanente unterrichtliche Anwesenheit von zwei sonderpädagogisch ausgebildeten LehrerInnen für unsere Schulform.

 

Die räumliche Ausstattung sieht für die Vor- und Unterstufen einen Klassenraum mit Nebenraum vor.  So kann in kleinen Gruppen gearbeitet und gelernt werden. Die Lehrer und Lehrerinnen verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Förderung behinderter Kinder. Der Schultag ist den Bedürfnissen der Kinder angepasst und umfasst neben dem Lernen und der gezielten, individuellen Förderung auch gemeinsame Mahlzeiten, Bewegungsangebote und Pausen (vgl. Stundenplan unten).

 

 

Anschaulich wird dies auch in der Diashow der Homepage, die demnächst hier durch einen link veröffentlicht wird:

 

Ein typischer Schultag in einer Vorstufe soll die Arbeit an unserer Schule an dieser Stelle darstellen.

 

 

 

 

Wir begleiten eine Vorstufe durch einen Schultag:

 

 

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

 

 

 

8.30

 

 

 

Schwimmen

 

 

 

 

Sport

 

 

Morgenkreis

Morgenkreis

Morgenkreis

 

 

Klassenfrühstück

Lesen Rechnen

 

 

10.00

 

Frühstück

Frühstück

Frühstück

Frühstück

Frühstück

 

 

10.30

 

Pause

Pause

Pause

Pause

Pause

 

  

 

ca. 11.30

Lesen

Malen

Lesen

 

Sachunterricht

 

Fahrrad

 

 

 

12.30

Mittagessen

Mittagessen

Mittagessen

Mittagessen

Schlusskreis

 

 

13.00

Pause

Pause

Pause

Pause

 

 

 

 

 

ca. 14.00

Religion

 

Sachunterricht

 

Musik

 

 

15.00

Unterrichts

schluss

Schlusskreis

Schlusskreis

Schlusskreis

Schlusskreis

 

 ...ein möglicher Stundenplan einer Vorstufenklasse


 

7.15 - 8.00 Uhr:

 

Die SchülerInnen werden in der Nähe ihrer Wohnung vom Bus abgeholt. Neben dem Busfahrer ist eine erwachsene Busbegleitung anwesend, die die Kinder im Bus betreut und beaufsichtigt.

8.15 Uhr

 

Es klingelt. Die SchülerInnen steigen aus ihrem Bus und werden dort von ihren LehrerInnen empfangen. Am Anfang ihrer Schulzeit werden sie in die Klasse begleitet. An der Garderobe finden die Schüler ihren Namen und ihr Symbol und sie hängen dort ihre Jacke und ihre Tasche auf. Das Mitteilungsheft bringen sie einer Lehrerin.

8.20 - 8.50 Uhr

 

Freiarbeit: Die SchülerInnen finden bereits individuell zu bearbeitendes Material auf ihrem Platz,   z.B. Aufgaben zum Farben sortieren, Mengen erfassen, Namen schreiben, Lesen, Übungen zur Förderung der Feinmotorik,  Übungen zur Auge-Hand-Koordination etc.

Neue Lerninhalte, die im Unterricht gemeinsam erarbeitet wurden, können in der Freiarbeit geübt und gefestigt werden. In der Freiarbeit werden die SchülerInnen  vom LehrerInnenteam und ggf. von SchulbegleiterInnen unterstützt. (Arbeitshaltung, Konzentration wird angebahnt.)

 

8.50 - ca. 9.20 Uhr

 

Morgenkreis: Alle SchülerInnen setzen sich in den Stuhlkreis. Begrüßungslieder, Spiele, der Stundenplan in Bild und ggf. Schrift mit den dazugehörigen Gebärden und der Kalender sind Inhalte des Morgenkreises. Das Kind lernt, sich  anderen verbal oder nonverbal mitzuteilen, zuzuhören, vor den anderen etwas zu tun. Klassenregeln wie „Einer nach dem anderen“, „Aufzeigen“, „Abwarten“ etc. werden geübt.

9.20 - 10.00 Uhr

 

Deutsch: Die Klasse wird in zwei Lerngruppen, je nach individuellem Entwicklungsstand,  aufgeteilt. Eine Gruppe lernt z.B. den Fotos der SchülerInnen das entsprechende Symbol, die Gebärde und den Namen als Ganzwort zuzuordnen.

Die andere Gruppe lernt beispielsweise einen Buchstaben mit allen Sinnen kennen sowie die dazugehörige Handgebärde.

10.00 - ca. 10.30 Uhr

 

Frühstück: Die Klasse frühstückt gemeinsam im Klassenraum. Der Tisch wird von den Schülern gedeckt. Es gibt Milch, Tee und Wasser sowie das von zu Hause mitgebrachte Frühstück.

10.30 - 11.00 Uhr

 

Pausenzeit: Freie und angeleitete Spiele und Beschäftigungen im Klassenraum

11.00 - 11.30 Uhr

 

Bewegungszeit:  Pause auf einem Spielplatz, Fahren mit einem Roller

11.30 - 12.30 Uhr

 

Sachunterricht: z.B. das Lernvorhaben „Ich bin ich“: Die Schüler lernen sich und die anderen mit ihren Vorlieben und ihrem spezifischen Aussehen kennen: Körperteile, Lieblingsfarbe, typische Kleidung, Haar- und Augenfarbe etc.

12.30 - ca. 13.00 Uhr

 

Mittagessen: Die Klasse isst gemeinsam im Klassenraum. Der Tisch wird wieder von einzelnen SchülerInnen gedeckt.

13.00 - 13.30 Uhr

 

Pausenzeit: Freie und angeleitete Spiele und Beschäftigungen im Klassenraum

13.30 - 14.15 Uhr

 

Bewegungszeit:  Pause auf einem Spielplatz, Fahren mit einem Roller

14.15 - 15.00 Uhr

 

Sachunterricht: z.B. Fahren mit dem Fahrrad oder mit Kleinfahrzeugen (Roller, Laufrad, Kettcar etc.) Die Klasse wird in zwei Lerngruppen, je nach individuellem Entwicklungsstand, aufgeteilt. Die Radfahrgruppe übt beispielsweise das Bremsen und Anfahren. Die Kleinfahrzeuggruppe übt ihre motorischen Grundfertigkeiten (Gleichgewicht, Bewegungs-koordination). Ein gemeinsamer Abschluss im Klassenraum beendet den Schultag.

15.00 Uhr

 

Abfahrt: Die Paten, d.h. einzelne SchülerInnen aus der Ober- und Berufspraxisstufe, holen ihr „Patenkind“ in der Klasse ab und bringen es zum Bus. Die LehrerInnen begleiten sie.

 

 

 

Bemerkungen:

 

Patensystem: Das System, dass Ober- und Berufspraxisstufenschüler die Patenschaft für jüngere Schüler übernehmen und diese zum Schulschluss zum Bus begleiten, ist Praxis in den ersten Schuljahren.  

Pausenzeiten:  Die Pausenzeiten in der Vorstufe können individuell an die Bedürfnisse der Schüler angepasst werden und sind somit nicht zwingend vorgegeben.

Toilettengänge: Toilettengänge der Schüler werden,  wenn nötig, begleitet. Ein Toilettentraining findet bei Bedarf statt.  

Besondere Aufgaben: Die Schüler übernehmen in der Regel für eine Woche eine besondere, täglich wiederkehrende Aufgabe („Ämterplan“) (Teller decken, Tassen decken, Essenswagen holen, Tische abwischen…)

Mittagessen: An der Schule gibt es kein Schweinefleisch.

Es besteht die Möglichkeit vegetarisches Essen zu bestellen. Lebensmittelunverträglichkeiten werden berücksichtigt. Es kann auch für jüngere Schüler nur ein halbes Essen bestellt werden.