Nach Büning, Fink, Stollmann

 

Förderbereiche im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

 

An der Friedrich-von-Bodelschwinghschule werden im Unterricht verschiedene Förderbereiche berücksichtigt. Durch die sonderpädagogisch ausgebildeten Lehrkräfte ist sichergestellt, dass alle Schülerinnen und Schüler optimal in diesen Bereichen gefördert werden.

 

Kognition (z.B. Denken, Lernen, Konzentrieren...)

 

Kognition ist ein weiter Begriff. Er kann mit dem Begriff „Denken“ übersetzt werden. Dies ist ein sehr wichtiger Bereich in dem sich die Schülerinnen und Schüler weiterentwickeln können.

 

In vielen Klassen wird zum Beispiel täglich der aktuelle Stundenplan besprochen. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass der Tag einem Plan folgt, der gemeinsam erstellt werden kann. Dadurch üben sie das vorausschauende Denken.

 

Vor allem in den oberen Klassenstufen wird Wert darauf gelegt, dass die Schülerinnen und Schüler viele Dinge selbst planen und durchführen. Ein Beispiel dafür ist ein gemeinsames Klassenfrühstück. Die Schülerinnen und Schüler müssen überlegen, wann das Frühstück durchgeführt werden kann, was eingekauft werden muss, wo eingekauft werden muss und vieles mehr. Die Schülerinnen und Schüler üben hier zum Beispiel sich die Zukunft vorzustellen (vorausschauendes Denken) und Probleme zu lösen (problemlösendes Denken). Sie lernen aber auch kreativ und fantasievoll vorzugehen. Indem das Vorhaben nachher besprochen wird, üben die Schülerinnen und Schüler über die Vergangenheit nachzudenken (retroperspektivisches Denken), gleichzeitig lernen sie aber auch sich ein Urteil zu bilden und Bewertungen vorzunehmen.

 

All dies sind kognitive Fähigkeiten, die an der Friedrich-von-Bodelschwinghschule gezielt gefördert werden. Dabei wird darauf geachtet, dass jede Schülerin und jeder Schüler die eigenen kognitiven Fähigkeiten voll entfaltet.

 

Motorik

 

An der Friedrich-von-Bodelschwinghschule werden die besonderen Bedürfnisse unserer  Schülerinnen und Schüler im Bereich der Bewegungsentwicklung berücksichtigt. 

 

Wichtig dabei ist das Erlernen von Bewegungen des ganzen Körpers (z.B. Laufen, Springen) und Bewegungen einzelner Körperteile (z.B. Gesicht, Mund, Hände). Im Unterricht kann den Schülerinnen und Schülern die Zeit und die Möglichkeit für das Erlernen dieser Kompetenzen gegeben werden.

 

Im Bereich der Grobmotorik lernen unsere Schülerinnen und Schüler beispielsweise durch Bewegungsspiele, ihren Körper wahrzunehmen und sich im Raum zu bewegen.

 

Feinmotorische Fähigkeiten werden sowohl gezielt gefördert, als auch im alltäglichen Unterrichtsgeschehen berücksichtigt. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen beispielsweise das  Greifen und Festhalten von Gegenständen während des gemeinsamen Tischdeckens.

 

Im Unterricht erfahren unsere Schülerinnen und Schüler unter anderem den richtigen Umgang mit Schere und Stift. Die Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler werden dabei immer berücksichtigt. Wir gehen auf die spezifischen Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler ein. Unsere Schülerinnen und Schüler werden ihrem motorischen Entwicklungsstand entsprechend gefördert.

 

Sozialverhalten

 

Der Mensch ist in seinem Leben immer wieder Situationen ausgesetzt, in denen er mit verschiedenen Personen etwas gemeinsam tut. Das kann auf der Arbeit sein, in der Familie oder bei der Ausübung eines Hobbys. Dieser Mensch bildet dann mit anderen eine Gruppe. In einer Gruppe werden an die einzelne Person verschiedene Anforderungen gestellt, auf die diese Person reagieren muss. Wie sich eine Person in einer Gruppe, mit all ihren Anforderungen und Erwartungen verhält, wird als Sozialverhalten bezeichnet.

 

Dabei kann dieser Überbegriff in weitere Kategorien unterteilt werden.

 

Wie sieht sich die Person selbst? Welche eigene Stärken kennt sie? Was erwartet sie von anderen? Diese Fragen beschreiben den Bereich der sogenannten Ich- Identität.

 

Wie geht eine Person damit um, wenn sie etwas nicht schafft, oder einen Wunsch nicht erfüllt bekommt? Was ist, wenn diese Person warten muss, oder bestimmte unangenehme Situationen aushalten muss? Diese Fragen beschäftigen sich mit dem Bereich der Frustrationstoleranz.

 

Wie verhält man sich bei Konflikten und Streit? Welche Regeln gibt es für das Zusammenleben, kann ich diese Regeln beeinflussen und was passiert, wenn diese nicht eingehalten werden? Diese Fragen beschreiben das Regel- und Konfliktverhalten.

 

An der Friedrich-von-Bodelschwinghschule wird auf all diese Fragen eingegangen. In der Schule leben und arbeiten viele verschiedene Personen zusammen, welche alle verschiedene Interessen, Wünsche und Einstellungen mitbringen. In diesem Spannungsfeld findet die Ausbildung eines starken Sozialverhaltens der Schülerinnen und Schüler dieser Schule statt. Hierbei werden sie eng von ihren Lehrerinnen und Lehrern begleitet.

Lern- und Arbeitsverhalten

Für die Arbeit in der Schule ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler ein angemessenes Arbeitsverhalten erlernen.

 

Durch ansprechende Themen und Materialien wird die Bereitschaft zu lernen erhöht.

 

An der Friedrich-von-Bodelschwinghschule haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an sie angepasste Aufgaben in ihrem eigenen Tempo zu bearbeiten. Im Verlauf des Schulbesuchs erlernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Methoden, Aufgaben zu bearbeiten. Dazu gehören Partner- und Gruppenarbeiten, aber auch das alleinige Arbeiten an einer Aufgabe. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, wo und wie sie Hilfen erhalten können und diese zu nutzen.

 

Dieser Bereich wird beispielsweise in der Wochenplan-Arbeit geübt. Hierbei können die Schülerinnen und Schüler ihre Aufgabe frei wählen und bearbeiten. Sie richten sich den Arbeitsplatz selber ein, wählen die Methoden selbst und schätzen ein, wann sie Hilfe brauchen.

 

Emotionalität

 

An der Friedrich-von-Bodelschwinghschule lernen die Schülerinnen und Schüler mit Gefühlen und Emotionen umzugehen.

 

Dazu ist erst einmal wichtig, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und mit ihnen umzugehen (Ich- Identität, Selbstkonzept, Eigenwahrnehmung). Die Schülerinnen und Schüler beschreiben ihre eigenen Vorlieben (zum Beispiel Musik, Fernseh- Serien oder Spiele) und diese werden im Unterricht aufgegriffen. So erleben die Schülerinnen und Schüler eine Wertschätzung und erkennen, dass sie einzigartig sind. Gleichzeitig erkennen sie, dass andere Personen andere Gefühle, Bedürfnisse und Vorlieben haben (Fremdwahrnehmung, Empathie). Dies kann zu Streit führen. Die Schülerinnen und Schüler lernen Strategien, mit diesen Streitigkeiten umzugehen und sie möglichst eigenständig zu lösen (Affektkontrolle, Konfliktverhalten).

 

Kommunikation

 

Unter Kommunikation ist nicht alleine das Sprechen zu verstehen. Es zählen alle Verhaltensweisen dazu, mit denen man bewusst mit anderen Menschen in Kontakt tritt. Zu nennen sind hier der Gesichtsausdruck (z. B. Lächeln), die Körpersprache (z. B. Winken) oder auch gezielte Zeichensprache (= Gebärden).

 

An der Friedrich-von-Bodelschwinghschule werden täglich Anlässe geschaffen, in denen die Schülerinnen und Schüler nach ihren persönlichen Möglichkeiten kommunizieren können. Dazu zählen die Morgenkreise, in denen der Stundenplan des Tages vorgelesen wird oder Gesprächskreise, in denen besondere Erlebnisse geschildert werden. In diesen Situationen wird auf einen angemessenen Ausdruck geachtet.

 

Für Schülerinnen und Schüler, die mit Hilfe von elektronischen Hilfen (z. B. Talker) kommunizieren, gibt es zusätzliche Angebote, um den Umgang zu üben.

 

Die Kontaktaufnahme zwischen den Schülerinnen und Schülern geschieht natürlich auch in der Freizeit. Hier sind sie unter sich. Die Schülerinnen und Schüler lernen so, dass Sprache in verschiedenen Situationen unterschiedlich verwendet werden kann.

 

Für nicht sprechende Schülerinnen und Schüler werden zusätzlich Gebärden eingesetzt. Vor allem die Namen von Menschen und Dingen werden durch Gebärden verdeutlicht.

 

Wahrnehmung

 

An der Friedrich-von-Bodelschwinghschule steht  eine ganzheitliche Förderung im Mittelpunkt: Im Unterricht werden dabei ebenfalls die verschiedenen Sinnesbereiche (Gleichgewicht, Hören, Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten) berücksichtigt.

 

Die Wahrnehmung stellt die Auseinandersetzung mit der Umwelt dar. Sie ist die Basis der Schülerinnen und Schüler für die Orientierung in ihrer Umwelt.

 

Die Wahrnehmungsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler wird mit verschiedenen Lernangeboten gezielt gefördert. Kleine Bewegungsspiele können beispielsweise die Verbesserung des Gleichgewichtsinnes unterstützen.

 

Darüber hinaus sind die Unterrichtsinhalte ebenfalls so gestaltet, dass sie über mehrere Sinneskanäle aufgenommen werden können. Lerninhalte können so auf verschiedenen Ebenen verarbeitet werden. Die individuellen Fähigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler  werden dabei berücksichtigt.

 

Friedrich von Bodelschwinghschule

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