Die SinnWelt

Mit der Sinnwelt haben wir einen verbindlichen Entwicklungsraum für junge Menschen der JAhrgänge 6 bis 12 geschaffen, die in besonderem Maße von herausforderndem Verhalten, massiver Reizüberforderung oder tiefgreifenden Regulationsschwierigkeiten geprägt sind. Viele dieser Schülerinnen und Schüler konnten trotz zusätzlicher Schulbegleitung im regulären Klassensetting nicht dauerhaft stabil beschult werden. Weglauftendenzen, Eigen- und Fremdgefährdung, Meltdowns, Shutdowns oder dauerhaftes Lautieren machten verlässliches Lernen im Klassenverband häufig unmöglich.        

Die Sinnwelt ist ein weiterführendes intensivpädagogisches Angebot insbesondere für ältere Schülerinnen und Schüler. Ziel ist nicht Ausgrenzung, sondern die Sicherung des Schulbesuchs, die Reduktion von Überforderung sowie die schrittweise Entwicklung von Selbststeuerung und Selbstbestimmung. Im Zentrum steht eine hochstrukturierte, reizarme Lernumgebung mit festen Bezugspersonen, hoher Vorhersehbarkeit und stark individualisiertem Lernen. Unterricht erfolgt überwiegend nach TEACCH-orientierten Prinzipien: klare Abläufe, visualisierte Pläne, feste Arbeitsplätze sowie deutlich erkennbare Anfangs- und Endpunkte von Aufgaben.                                                             

Ein besonderes Merkmal ist die konsequente Integration von Unterstützter Kommunikation. Kommunikationskarten, Symbolsysteme, Talker und visuelle Wahlmöglichkeiten erweitern die Handlungsspielräume der Schülerinnen und Schüler und reduzieren Frustration.                          

Zur Beziehungsanbahnung wird zudem Intensive Interaction genutzt. Diese Methode orientiert sich an nonverbalen Signalen, Wiederholung und Spiegelung und schafft die Grundlage für gemeinsame Aufmerksamkeit und Kommunikationsfreude.                                                             

Die Sinnwelt arbeitet mit einem klaren Raumkonzept: Drei Räume übernehmen unterschiedliche Funktionen – Einzelarbeitsplätze, Frühstücks- und Sensorikraum sowie ein großer Motorik- und Bewegungsraum. In Kleingruppen von fünf bis sechs Schülerinnen und Schülern entstehen stabile Lern- und Beziehungsräume. Rückzugsmöglichkeiten, Stimming-Angebote und Geräuschreduktion sind bewusst eingeplant und erlaubt. Ein strukturierter Tagesablauf aus Arbeitsphasen, gestalteter Freizeit, Bewegungsangeboten sowie gemeinsamer Turnhallenzeit mit der TEACCH-Klasse ermöglicht Sicherheit und Kontinuität. Die Sinnwelt ist als flexibles Angebot konzipiert: Für einige Schülerinnen und Schüler ist sie eine Übergangslösung mit dem Ziel der Rückführung in stärker gruppenorientierte Klassen, für andere ermöglicht sie überhaupt erst einen verlässlichen Schulbesuch.